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Pieve di Gropina: einer der schönsten Beispiele romanischer Architektur in der Toskana

Eine, für mein Empfinden schönste Kirche im Arnotal, ist die in der Nähe von Loro Ciuffenna gelegene Pieve di San Pietro in der Gropina. Etwas abseits der „Srada die Setteponti“ ist sie über eine schmale, stark ansteigende Straße zu erreichen. Die Pieve (altital. Pfarrei) ist seit ihrer Errichtung um das Jahr 1000 kaum verändert worden.

Ich vermute, dass wegen ihrer Abgelegenheit und nach Verlust der Funktion als frühere Pfarrkirche mit besonderen Rechten, hier kein besonP1000067deres Medici
Interesse bestand, Umbauten oder Anbauten in gotischem oder später Renaissance Stil vorzunehmen. Vielleicht lag es auch an der relativen Armut der Landbevölkerung.
Dass die Medici auch diese Kirche in „Besitz“ nahmen kann man an der Kirchenfassade sehen. Dort befindet sich ein päpstliches Wappenschild mit den Symbolen der Medici, den sechs Palle. Wappenschilder der Mrdici, wie sie fast überall in der Toskana zu finden sind.P1000069
Bevor diese Kirche erbaut wurde gab es schon zwei Vorgängerkirchen, wie Ausgrabungen unter der Kirche ergeben haben. Eine erste Kirche stammt wohl aus dem 4. Jahrhundert, es wurden Reste aus der Zeit der Langobarden gefunden, die zweite auf den Fundamenten der Vorgängerkirche errichtete
Kirche soll etwa um 800 gebaut worden sein. Hier sind noch Fundamente der Absis vorhanden.
Die Pieve ist dreischiffig und die Säulen sind mit verschiedenartigen Motiven gestaltet. Auf den Säulen links finden sich Episoden des Alten und Neuen Testaments und auf der rechten Seite Figuren mit   mysischen, vermutlich vorchristliche Motiven.
Etwas Besonders ist die Kanzel, die aus dem 8. Jahrhundert stammen soll,sie wird von zwei miteinander verknoteten Säulen getragen, ein Motiv, das sich an der Gestaltung der Apsis außen wiederholt.
Die Apsis fällt besonders auf, da sie mit jeweils sieben in zwei Reihen übereinander gestellten Säulen gestaltet ist, Tageslicht fällt nur durch die mit Alabaster versehenen Fensteröffnungen.
Mir gefällt besondersd die aufwändig gestaltete äußere Apsis. Einer Zwerggalerie vorgestellt sind rechts und links neben der miteinander verknoteten Zwillingssäule je sechs schlanke Säulen.
Der Campanile wurde im frühen 13.Jh. angebaut, die Art des Mauerweks unterscheidet sich deutlich von dem der Kirche.

Text und Fotos: Klaus Märker
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Als Informationsquellen empfehle ich folgende Webseiten: http://www.gropina.it/ (italienisch) und https://www.visittuscany.com/en/attractions/parish-church-in-gropina/   (englisch)