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Weiterer Inhalt:

  • ERINNERUNGEN AN IRLAND -

    Erinnerung an Irland

    Die Wolken tief, und keine Sicht,
    Getaucht ist alles Grau in Grau.
    Der Wind weht stark und rau
    Zum Ziel fehlt das lenkend LichtUnbenannt 1

    Regentropfen treffen das Gesicht,
    Klamme Feuchte dringt herein.
    Die Richtung sollte deutlich sein,
    Doch fehlt das lenkend Licht

    Nur helle Punkte in weiter Ferne
    Sind das Ziel zu dem er strebt.
    Und sind es doch wohl Träumersterne
    So strebt er doch so lang er lebt

     

    Der Cairn von Königin Maeve.

    Fremder, bringe Du ein Stein herauf,Carrowmore Tomps 2
    Wenn Du den Cairn betrittst
    Und leg ihn nieder,
    Du fühlst dich frei,
    Doch die Gedanken die sind fern!

    Im tiefen Mythos leb ich noch-
    Als Connaughts Königin
    Steh ich hier und bewach’
    Den Feind mit Schild und Bogen,
    Gegen den ich einst ausgezogen

    Cuchulainn, der tapfre Krieger
    Bot mir die Stirn,
    Den schönen Bullen zu erringen
    Doch sank auch er ins Gras dahin
    unsterblich ward auch er

    In wilder Schlacht
    Das schöne Tier gewann ich wohl,
    Die Macht jedoch erwirkt ich nicht.
    Die Tiere stark und wild
    Im Kampf zerfleischten sich!

     

    Wolken

    Die Wolken tief, und keine Sicht,
    Getaucht ist alles Grau in Grau.
    Der Wind weht stark und rau
    Zum Ziel fehlt das lenkend Licht

    Regentropfen treffen das Gesicht,
    Klamme Feuchte dringt herein.
    Die Richtung sollte deutlich sein,
    Doch fehlt das lenkend Licht

    Nur helle Punkte in weiter Ferne
    Sind das Ziel zu dem er strebt.
    Und sind es doch wohl Träumersterne
    So strebt er doch so lang er lebt

     

  • WHISKY ODER MELISSENGEIST

    Whisky oder Melissengeist

    Das Wetter ist schottisch, sehr schottisch.Schottland Melissengeist
    Die Wege schmal und die Schafe haben das Wegerecht. Die Bergspitzen der Highlands stecken in tiefhängenden Wolken, in den Tälern stehen verfallene Bauerngehöfte, die das Melancholische der schottischen Landschaft noch verstärken.
    Ein Schild: "Destilleries - Visitors Welcome". Wir lenken das Wohnmobil auf den Hof einer Whiskybrennerei und schließen uns einer kleinen Besuchergruppe an, deren internationale Zusammensetzung auf die Bedeutung des Whiskys in aller Welt schließen lässt.
    Ein junger Mann, ohne Kilt, dennoch echter Schotte, was an seinem breiten Schottisch zu erkennen ist, eine Fremdsprache an die man sich erst gewöhnen muss, führt uns gestenreich und ohne Rücksicht auf unsere Sprachkenntnisse.
    Der Gewöhnungsprozess dauert bis zu den großen kupfernen Destillierbottichen. Dort fließt das Destillat vor den Augen eines Kontrolleurs durch eine Zähluhr und ab jetzt ist das Gebräu steuerpflichtig.
    Der Reifungsprozess wird uns anhand der vielen verschiedenen Holzfässer erklärt und mir wird klar, dass so mancher Whiskyhersteller die Auslieferung seiner ältesten Sorte möglicherweise nicht mehr erleben wird. Bei Whisky spielt Zeit eben keine Rolle, die Lagerzeit um so mehr.
    Wir finden uns in einer Probierstube wieder, die mit Bildern der Brenner und vielleicht auch Schwarzbrenner vergangener Generationen in Öl festgehalten sind und probieren in kleinsten Mengen. Wir wollen ja noch fahren. Wir verlassen den Hof der Brennerei mit einer Flasche feinsten Stoffes und fahren weiter in die Highlands.
    Es geht bergauf, es ist eng, regnerisch und kalt.
    Zwei Fahrradwanderer mit allem Expeditionsgepäck an die Drahtesel gebunden, pausieren in einer Ausweiche. Wir haben ein Herz und beendeten die Jungfräulichkeit unserer Whiskyflasche und verhindern damit vielleicht eine oder gar zwei Lungenentzündungen.
    Vielleicht wäre Melissengeist besser, aber wir haben halt nur Whisky.

  • AQUA ALTA

    Aqua Alta

    Die Toilettenfrau im Palazzo Ducale war so nett mich über das “Aqua Alta”,
    eine winterliche Plage die Venezianer in regelmäßiger Folge zu durchleiden haben, aufzuklären.
    Dabei sprach sie ein unnachahmliches Gemisch aus Italienisch und DeutschVENEDIG3

    Nach erfolgter, staunender Besichtigung des Dogenpalastes mit seinen, den Betrachter in den Bann ziehenden Kunstwerken und dem Wechselbad der Gefühle im Gefängnisbereich erholt sich der Besucher im Café und beim Verlassen des Palastes schaut er vorsichtshalber noch bei den Toiletten in dem großen Torbogen vorbei. So auch ich.

    Die Klofrau: „Leider besetzt, bitte warten Sie hier“
    Ich, (aus Erfahrung) mit den nötigen Zeitreserven ausgestattet, beobachte interessiert das knapp unter der letzten Treppenstufe plätschernde Wasser des Kanals im Torbogen zur Anlegestelle des Palastes.
    Sie, die Klofrau: “Wir haben Flut, das ist immer so bei Flut“
    Ich: „Läuft aber fast hier herein!“
    Sie: „Im November und Dezember haben wir öfter Aqua alta, manchmal so hoch!“
    Sie deutet auf ihre Gürtelhöhe, sie ist nicht besonders groß aber stramm gebaut.
    Ich: „Ist ja schlimm“
    Sie „Ja da kann man nur mit Anglerhosen noch durch“
    Ich: „Und wer macht nachher wieder sauber?“
    Sie: “Na wir! Das Wasser steigt nicht nur aus dem Kanal, sondern aus allen Rohren“
    Dafür reicht meine Fantasie gerade noch aus.
    Ich: „Schlimme Arbeit!“
    Sie: „Man gewöhnt sich an alles“
    Ich: „Ist jetzt frei?“
    Sie:“ Si, prego“
    Komisch, dass ausgerechnet dieses Gespräch mir in Erinnerung geblieben ist, die Namen der vielen Dogen und Künstler dagegen nicht.

  • AUF DIE BETONUNG KOMMT ES AN

    Auf die Betonung kommt es an!

    Wenn man sich an die sächsische Mundart gewöhnt hat, dank Fernsehserien ist das wohl zunehmend der Fall, wird es wohl nicht schwer fallen, sich den “Feinheiten” des sächsischen Dialektes zuzuwenden.
    Dem Nicht-Sachsen dürfte nach wenigen Sätzen auffallen:
    Die Silbe "Nu" ist vermutlich das meist verwendete, meist variierte Wort der Sächsischen Sprache.
    Die immense Bedeutung dieses Wortes wird am deutlichsten während eines Telefongespräches.
    Dies kann in weiten Teilen ausschließlich aus der Wiederholung der Silbe "Nu" bestehen, die dabei die verschiedenste Bedeutung erfährt.
    Besonders Wichtig, die Betonung, da das Gegenüber ja nicht sichtbar ist.
    "Nu ?" fragend, "Nu !" bestätigend, "NU, Nu !" übereinstimmend, "Nu, Nu, Nu" gesprächfortführend.
    "Nu, Nu ?" ersetzt die Frage: Habe ich richtig verstanden? Die Anzahl der Frage- und Ausrufungszeichen sind nach Inhalt und Temperament der Sachsen verschieden, werden aber scheinbar immer richtig interpretiert.
    Doch Missverständnisse sind vorprogrammiert, wenn ein Nichtsachse sich in der Verwendung des "Nu" versucht:Gaststatte Vinzenz Ritter in Meissen

    Die Bedienung fragt den Gast: "Hat's geschmeckt ?"
    Der Gast: "Nu"
    Die Bedienung schaut erstaunt und leicht verwirrt.
    Der zweite Gast, mit Sicherheit ein Sachse:
    "Er hat NU gesoochtt !
    Mit zufriedenem Gesicht beginnt die Bedienung abzuräumen.

  • CD-ROM

    CD-ROM

    Wir hatten zur Zeit der Volksempfänger schon ein großes Radio.
    Ein Möbelstück, dessen Skalenbeleuchtung, durch die Rückwand scheinend, im Dämmerlicht des Zimmers regelmäßige, gelbliche Kreise an die Wand malte.
    Es hatte viele große und kleine, runde Knöpfe, an denen mein Vater drehte, wenn er dem Gerät Musik oder Nachrichten entlocken wollte.
    Auf der großen gelben Frontscheibe waren viele Buchstaben und Punkte zu sehen. Darüber befand sich eine kreisrunde, mit Stoff verschlossene Öffnung, aus dem die Musik kam.
    Oft stand ich davor - anfassen war strengstens verboten- und überlegte, wie diese Männlein alle in dem dafür viel zu kleinen Raum spielen und sprechen konnten.
    Die Enttäuschung war groß, als ich heimlich das Gerät etwas herum drehte und nur große Spulen, Blechkästchen und glühende Gläser durch die Löcher in der Rückwand sah.

    Heute ist alles anders. Die Kinder wachsen wie selbstverständlich mit einer Technik auf, die kaum noch ein Erwachsener erklären kann.
    Meine Enkel sehen mich oft an dem PC sitzen.
    Originalton der fünfjährigen Anna-Lena:
    „Opa, kannst Du auch eine CD-Rom rein tun ?“
    Natürlich kann ich das.
    „ Da kann ich ja mal eine CD von mir mitbringen !“
    Welch eine Generation ! Wo sind die kleinen Männchen geblieben?
    Inzwischen geht sie auf das Abitur zu und benutzt den PC alltäglich, Tablet und Smartphone und andere technische Errungenschaften mit "Ei" davor, in die man nicht mehr hineinsehen kann um die Männer zu sehen, die die Musik machen. - Nun es gibt ja auch keine Löcher in den Rückwänden mehr!

  • DIE NEUE WEBSEITE

    Die neue Webseite

    Da sitz ich spät noch am PC
    Und klappre in die Tasten
    Mir tun schon die Augen weh
    Hab’s endlich in dem Kasten

    Erleichtert start’ ich das ProgrammWebseitenbauer
    Und warte ganz gespannt,
    Freu mich drauf was ich wohl kann
    Und hab mich doch verrannt.

    Da hab ich dies und das gemacht,
    Mit allen Raffinessen,
    Hab alle Tricks mit eingebracht
    Und doch was Wichtiges vergessen

    Die Seiten klemmen da und dort,
    mal vorne und mal hinten
    sie springen an den falschen Ort
    Ich muss den Fehler finden!

    Die Uhr ist längst nach Mitternacht
    Die Zeit vergeht so schnell,
    Und als es endlich ist vollbracht
    war es schon wieder hell.

     

    Webseitenbauer

    So manche Stunde hab ich gesessen, die Nacht zum Tage gemacht
    Darüber ganz die Zeit vergessen, und es hat doch Spaß gebracht.
    Die Seiten sollten so werden wie ich, ein wenig ernst, ein wenig heiter,
    darin das Leben spiegelt sich, so mach ich gerne weiter.
    Eine Menge Fehler hab ich gebaut. Und noch immer bin ich nicht schlauer.
    Auch wenn ich mich an diese Seiten getraut, werd ich wohl nie Profi-Webseiten-Bauer

  • DIE WENDE - ABGEWICKELT

    Die Wende. Abgewickelt

    Wenn es auch schon lange her ist, so denke ich immer noch, wenn die aktuellen Arbeitslosenzahlen bekanntgegeben werden, an eine Begegnung mit einem jungen Paar aus Thüringen.

    Sie waren mit dem Zug über Eisenach nach Fulda gekommen, um der jungen Frau einen Herzenswunsch zu erfüllen. Ihr Begrüßungsgeld hatten sie sich dafür aufgehoben: Eine Jeansjacke sollte es sein!

     

    Leider waren die Kaufhäuser auf den plötzlichen Ansturm auf die westliche Grenzregion nicht vorbereitet und alles, was an Jeans auf Lager war, hatte schon einen Käufer aus der noch real existierenden DDR gefunden.
    Die Enttäuschung stand den jungen Leuten im Gesicht geschrieben, waren sie doch der Meinung über den “Westen”, dass man dort jederzeit immer alles kaufen könne.
    Ich erbot mich zu helfen. Glücklicherweise passte der zierlichen Frau die größte Jacke aus der Kinderabteilung- Problem gelöst.

    Bei einem gemeinsamen Frühstück im Bistro des Kaufhauses erfuhr ich, dass der junge Mann in einer Textilfabrik den Beruf des Färbers ausübte, was seine schwarzblauen Fingerspitzen erklärte.
    Sie erzählten mir von ihrer Hoffnung, dass nun alles besser werden würde. Sie würden bald wie im Westen leben können, alles würde doch viel einfacher in ihrem Leben, und endlich seien sie frei!
    Der Betrieb, in dem der junge Mann arbeitete, wurde “abgewickelt”. Eine Textilfabrik wurde nicht mehr gebraucht.
    Auf der Fläche entstand ein Kaufhaus, in dem man jederzeit alles kaufen kann.
    Er aber ist immer noch arbeitslos.
    Ergänzung am 9.11.2014, 25 Jahre nach dem Mauerfall:

    Die umfangreichen Feierlichkeiten und die vielen Beiträge im Fernsehen riefen auch meine Erinnerungen zurück, insbesondere an das junge Paar aus der Nähe von Naumburg, die ich ansprach, weil sie offensichtlich völlig orientierungslos auf dem Bahnhofsvorplatz herum liefen. Und natürlich war es auch meine Neugierde, wie ich zugeben muss.
    Was mag aus der jungen Familie geworden sein? Sie hatten ihre Kinder ber der "Oma" in Obhut gegeben um in den "Westen" zu fahren. Sind diese Kinder inzwischen auch Eltern und haben sie ihren Weg gemacht? Was ist mit deren Eltern? Und der der Großmutter, die damals auf die Kinder aufgepasst hat während ihre Tochter und Schwiegersohn auf Abenteuerreise nach Fulda gingen um hier ihr Begrüßungsgeld für Dinge auszugeben, die heute ihnen selbstverständlich sind?
    Fragen die ich nicht beantwortet bekomme, vielleicht ist es auch gut so.

  • DA IST MAN PLÖTZLICH NIEMAND

    Geldbeutel – Rally

    Also, kaum zu glauben, da trägt man das ganzes Leben seinen Gelbeutel mit sich rum, versteckt ihn vor Dieben, kümmert sich um sichere Unterbringung, gelegentlich sogar im Brustbeutel und was nicht noch alles. Dabei merkt man nicht, dass man seine komplette Identität mit sich rum schleppt.
    Anfangs war ja nur -wenn überhaupt- etwas Geld drin, der Führerschein war ein riesiger grauer Lappen, der Personalausweis passte ebenfalls nur gefaltet da rein und alles andere, was heute zum allgemeinen Gebrauch nötig ist, gab‘s noch nicht. Erst im Laufe der Zeit hat sich unsere gesamte Identität in den Geldbeutel geschlichen. Stellen Sie sich mal vor, sie befinden sich im Ausland, ich will es nicht verkomplizieren, beispielsweise in Süd-Tirol. Jetzt denken Sie sich mal aus, was los ist, wenn der Geldbeutel plötzlich weg ist. Da ist man plötzlich ein Niemand. Eine Null. Man kann noch nicht mal beweisen, dass man der ist, den man vorgibt zu sein! Absoluter Horror, Katastrophe, Saublöd also.
    In der Börse ist alles drin, was heutzutage der Normalbürger so braucht. Führerschein, jetzt Scheckkartenformat, Personalausweis dito, Master- und EC-Karte natürlich, Gesundheitskarte auch, die muss ja mit, falls was passiert. Alles weg.

    Also klar: Wer zahlt das Hotel, wer sorgt für Bargeld fürs Bier oder Sprit zum Tanken? Also Grande Katastrophe. Da gehen dann schon mal die verbalen Gäule durch, bis ein gewisser Beruhigungseffekt eintritt und das Hirn auf scharf nachdenken wieder umschaltet. Was als tun? Wo war’s denn noch da?
    AAlp Bild1lso fängt man mal an zu suchen, wo man es verloren haben könnte, klauen war nicht. Also, in dem hier zu schildenden Real-Fall war die Geldbörse weg – verloren also.
    Dies aber bei einer Wanderung auf der Alm, am frühen Morgen in siebzehnhundert Metern Höhe. Gemerkt habe ich das aber erst am späten Vormittag, als ich in eine Hütte für ein Bier einkehren will. Gewohnheitsmäßig gucke ich ob ich Geld dabei habe. Ich fühle nach meinem Geldbeutel, werde nicht fündig. Der deutlich schnell ansteigende Puls gepaart mit Nervosität lässt mich sämtliche Taschen am Körper, auch die, wo sonst nie das Ding aufbewahrt wird, mehrfach durchsuchen, abklopfen, fühlen, selbst der Wanderrucksack, der mit Sicherheit nicht in Frage kommt, muss als Hoffnungsschimmer herhalten. Nix!
    Also jetzt Handy raus und nachsehen ob die Checkkartensperre - Nummer gespeichert ist. OK, würde gehen. Aber hier auf der Alm? Kein Netz! Na bravo, auch das noch.
    Gehirn auf sachlich umschalten.

    Also zum Ausgangspunkt, in der Hoffnung, die ja bekanntlich zuletzt stirbt, die Börse noch zu finden, vielleicht liegt sie ja noch da, wo sie mich schnöde verlassen hat. Laufen im Schweinsgalopp. Zweieinhalb Kilometer mit Trainingseffekt. Aber nix. Der erste Hoffnungspunkt ist abgehakt. Der nächste ist der, dass vielleicht, mit einer geringen Chance, ein Wanderer das Ding gefunden hat und zur nächsten Hütte mit nimmt. Wieder Schweinsgalopp, jetzt zur nächsten Hütte, nämlich genau der, vor der ich den Verlust feststellte, etwa zweieinhalb Kilometer, gefühlte fünf.
    Andere Wanderer wundern sich über den Schnellgänger, werden im vorübereilen aufgeklärt. Trostvolle Worte, in allen Variationen, wie „Ach wie schlimm“ „Alles weg?“ „Geld auch?“ „Na dann viel Glück!“ und einer, gleicher Text mit Zusatz: „Ich schätze die Chance auf 30%“ worauf ich, genervt: „Ist aber mehr als beim Lotto, da gewinne ich jedes Mal, weil ich nicht spiele!“Bis zur Hütte sind zig Wanderer aufgeklärt und ich habe die Nase schon voll von den tröstenden Worten, die mein Problem sau-gut beschreiben, aber gar nicht helfen.
    Die Hütte kommt näher und aufgrund der frühen Stunde ist da so gut wie nix los. Ich traue mich kaum rein, weil dann möglicherweise ein weiteres Stück Hoffnung abbröckelt. Dann doch: Die Wirtin bedauert, keine Geldbörse abgegeben und erspart mir weiteres Zutexten. Doch fragt sie wo sie im Falle dass… anrufen könne. Na das ist wenigstens konstruktive Hilfe und verschafft mir ein wenig Erleichterung. Aber die Hoffnung, die ja, siehe oben, noch immer nicht gestorben ist, lässt mich zur nächsten Hütte aufbrechen.
    Mal sehen, wenn da kein Erfolg zu vermelden ist, muss das übliche Verfahren, von dem so mancher Pechvogel schon berichtet hat, wohl oder übel durchgezogen werden. Telefonische Eilüberweisung von der Bank an die Pension, sperren aller Karten und so weiter und so weiter. Das volle Programm halt. Ein Rattenschwanz von Wiederbeschaffungsarbeit ist das. Viel Vergnügen. Bin ja Rentner mit viel Zeit. Da wüsste ich aber Besseres.
    Die in den letzten Zügen befindliche Hoffnung bringt mich flotten Schrittes weiter bergan, diesmal vielleicht nur einen Kilometer, der sich wie Kaugummi zieht. Meine Beine spüre ich nicht mehr, aber was soll‘s. Da muss ich jetzt durch.
    Vor der Hütte kommt mir ein Paar gesetzten Alters fröhlich plaudernd mit Walking-Stöcken entgegen. Wenigstens hier sind also schon Wanderer eingekehrt.
    Auf gleicher Höhe wie sie höre ich den Mann plötzlich sagen: “Sie sind sicher doch der Herr der den Geldbeutel verloren hat!“ Die Nachrichten verbreiten sich also auf der Alm genauso schnell wie im Wirtshaus, denn diese Leute hatte ich ganz sicher nicht überholt. Ich, vor den Kopf gedonnert, frage: „Woher wissen Sie das?“ „Wir erkennen Sie wieder, wir haben ihr Foto gesehen!“
    Na bravo, Google ist nix dagegen, aber die Erklärung kam sofort nach:“Da drin sitzt ein Wander-Ehepaar, das einen Geldbeutel gefunden hat, der dürfte ihrer sein!“Kurze positive Schockstarre, Dann viel der Groschen!
    Der mir vom Herzen fallende Mühlstein dürfte noch im Tal seismische Verwerfungen ausgelöst haben.
    Viele Dankesworte und dann ab in die Hütte! Na da fällt der nächste Mühlstein, gewissermaßen für das Nachbeben- Das ist wirklich mein Geldbeutel, den mir die freundlichen Wanderer übergeben. Sie hätten ihn, falls ich nicht aufgetaucht wäre, an meine Bank geschickt. Sie hätten nur nachgesehen wer der Unglücksrabe war und mich aufgrund der Ausweisfotos jetzt sofort erkannt. Da sieht man mal wozu die Bilder sonst noch nutze sein können! Bis ich meine Sprachlosigkeit, ausgelöst durch diesen positiven Ausgang der Geschichte, überwunde, dauert es einen Schnaps und ein Bier lang.
    Dem Leser möchte ich das Weitere ersparen, ich stammele einfach nur danke, danke.

  • DIALOG

    Dialog

    Die Szene:

    Sie, neben an, mit der Nähmaschine werkelnd,
    er am PC, eifrig in die Tasten klappernd...

    Sie: >Was machst du ? <
    Er: >ich schreibe<
    Sie: >So genau wollte ich’ gar nicht wissen, - W A S schreibst du ? <
    Er: >Eine kleine Geschichte<
    Sie: >Über was denn ?
    Er: >Ich weis es noch nicht genau<
    Sie: >Wie kannst du eine Geschichte schreiben, wenn du noch nicht einmal weist worüber?<
    Er: >Das kommt beim Schreiben, mir fällt immer was ein<
    Sie: >Ist dir schon was eingefallen ?<
    Er: >Ja, ich denke schon<
    Sie: >Und wenn sie dann fertig ist, die Geschichte, was machst du damit ? Stellst du sie in deine Webseite ?<
    Er: >Wenn sie mir gefällt, vielleicht<
    Sie: >Wie kannst du deine eigenen Geschichten beurteilen, das ist ja wohl kaum möglich, oder ? <
    Er: >Ich kann sie ja wohl kaum dem Reich-Ranitzki schicken, oder ?<
    Sie: >Du weist ja nicht mal wie der sich schreibt !<
    Er: >Muss ich ja auch nicht, ich schicke sie ja ihm nicht.<
    Sie: >Das liest doch eh keiner, oder ?<
    Er: >Arthur Miller kennt jeder und kaum einer hat ihn gelesen !<
    Sie: >Witzbold !<
    .......kleine Pause.....
    Er: >und was machst du ?<
    Sie: >ich nähe!

    Dieser "Dialog" wurde 2002 niedergeschrieben, da weilte der "Meister" noch unter uns

  • INSELWINTER

    Inselwinter

     

    Nur der Insulaner kennt seine Insel zu allen Jahreszeiten. Im Sommer, wenn die Touristen die Insel bevölkern und dafür sorgen, dass die Kassen klingeln, ist nur wenig von der ihr eigenen Stimmung zu spüren.
    Wenn sich dann die Herbststürme einstellen und die Touristen von der Insel geblasen werden, zeigt sie den wenigen, zurückgebliebenen Fremden ihr wahres einmalig schönes Gesicht.
    Weit und ungestört geht dann der Blick über die Nordsee, die Wellen rollen in langen Anläufen mit weißen Schaumkronen den Strand herauf, mit ständig wechselndem Donnern und Rauschen.
    Der Himmel hängt tief und grau über der See und die Wolken ziehen mit atemberaubender Schnelligkeit über die niedrigen Dünen hinweg. Wahre Flugkünstler, die wenigen Möwen die sich noch hinaus wagen!
    Manchmal treibt der Sturm den Sand vor sich her, schmerzt im Gesicht mit Feuchtigkeit und Kühle. Auf der nicht von den Dünen geschützten Seite der Insel, an den Deichen, steigt die Flut der Deichkrone bedrohlich nahe. Gischt sprüht über das Wasser, feiner Nebel verkürzt die Sicht auf wenige Meter. Gleich kommt der Schimmelreiter!
    Bald beginnt die Zeit ablaufenden Wassers, die kommende Ebbe bannt die Gefahr, dass die Wellen die Deichkrone erreichen.
    Der Weg zurück zum Dorf ist beschwerlich, der Sturm wird nur wenig durch die im Windschatten der Dünen wachsenden Sanddornsträucher gemildert. Das feine Dünengras bewegt sich mit dem Sturm und bildet Wellen wie ein Meer für sich. Noch ein Stück des Weges am Dünenrand entlang, das ferne Rauschen der Nordsee und das Heulen des Sturmes in den Ohren.
    Es wird dunkler. Endlich - die warme Gaststube vermittelt beschauliche Geborgenheit.
    Morgen will ich wieder zu den Deichen hinaus

Schreibt man was? Gelegentlich schon!

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