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Siekeroog
Erinnerungen die so lange zurück liegen, dass sie in der Erinnerung nur noch unvollständig vorhanden sind gibt es viele.
Diese Segeltour vor fast 50 Jahren wird mir wie ein Film in Erinnerung bleiben
Neptun
Der Segeltörn war vorbereitet, es war etwas später geworden. Wir hatten schon einsetzende Ebbe, aber unsere kleine Flotte würde wohl noch genug Wasser unter dem Kiel haben um Norderney zu erreichen.
Unser Neptun war das größte Boot, allerdings auch das langsamste, weil schwerste. Als Zweimaster mit Haupt- und Besan-Segel war es ein umgebautes altes Ruder - Rettungsboot und vorzüglich für Anfänger geeignet. Wegen der offenen Bauweise waren die Sicherheits-Lufttanks unterhalb der Ruderbänke drin geblieben, so war es auch bei steifer Brise noch sicher damit im Watt zu segeln.
Jetzt lagen wir vor dem Wind und die leichteren Kajütboote überholten uns mit geblähten Segeln.
Es kam wie zu erwarten war- die große Mittagsflaute, und das noch vor dem „Baltrumer Hoch“, eine flache Stelle im Watt, die überwunden werden musste, wenn wir Norderney noch vor dem Niedrigwasser erreichen wollten.
Wir spürten schon den Schlick unter dem Boot, holten das Schwert ein, setzten die Ruder in die Dollen und begannen zu rudern, mit dem Ehrgeiz beseelt, es doch noch zu schaffen.
Jetzt war es an uns, die mit schlaffen Segeln dahin dümpelnden Kajütboote zu überholen – wir würdigten sie keines Blickes, waren wir doch dabei unseren stolzen Neptun nicht zu segeln, sondern zu rudern!
Das „Baltrumer Hoch“ wurde immer flacher und wir sprangen nackt, wie zu Adams Zeiten, über Bord und schoben unseren schweren Neptun weiter bis wir merkten, dass er wieder genug Wasser unter dem Kiel hatte.
Wir hatten das Hoch überwunden, einen Priel gefunden und segelten nun mit der wieder aufkommenden Brise Richtung Nordernery.
Nun war es an uns, die Kollegen mit den schönen Kajütbooten nach Stunden, wieder auflaufenden Wassers, im Hafen zu begrüßen.
Es blieb nicht viel Zeit, die Damen der Mädchenschule, die wir abfällig „Klops-Akademie“ nannten, zu begrüßen.
Um mit der Flut noch den Baltrumer Hafen zu erreichen, mussten wir bald wieder los, es wurde schon dunkel.
Ein Nachttörn zurück nach Spiekeroog stand uns bevor. Das Wetter dafür schien ideal, Vollmond und ein wolkenloser Himmel über dem Watt!
Auf dem Weg zurück galt es gegen den Wind zu kreuzen. Allmählich kam eine steife Brise auf und erreichte etwa Windstärke 6 mit heftigen Böen.
Unser schwerer Neptun wurde jetzt richtig lebendig und nahm schelle Fahrt auf. Dennoch kamen wir nur langsam voran, da das Boot nicht so hoch an den Wind gehen konnte wie die anderen moderneren Segelboote, die schon heftig gerefft hatten.
Während der Nacht war am Himmel immer da ein Lichtschimmer zu sehen, wo die Sonne hinter dem Horizont ihren Weg nahm. Der Mond warf ein fahles Licht auf die ständig höher werdenden Wellen und wir hatten bald keinen trockenen Faden mehr am Leib.
Mit der wieder einsetzenden Ebbe war die Gefahr, auf Grund zu laufen gestiegen und so musste „gesungen“ werden. An dem, dem Wasser zugeneigten Bord musste regelmäßig eine Messstange mit rotweißen Feldern in das Wasser getaucht werden und die Tiefe angesagt - „gesungen“ - werden. „Nichts – nichts - nichts - 90 – 80 – 60 – 40-„ „Klar zur Wende!“
Wir hatten den anderen Rand des Prils erreicht und mussten wenden, um nicht aufzulaufen. Jetzt “musste wieder “gesungen” werden.
Wir hätten den Neptun in der Nacht nicht mehr flott bekommen, wären wir im Watt aufgelaufen, wollten wir doch in dem kleinen Hafen von Baltrum die Ebbe verbringen um dann mit steigendem Wasser über das Baltrumer -Hoch zurück zu segeln.
Die anderen Boote waren schon längst im Hafen, wir kreuzten immer noch vor der Einfahrt...
Dann verließ uns die Kraft und wir entschieden, Neptun in den Hafen zu rudern.
Endlich im Hafen, die Sonne war schon aufgegangen, die anderen Mannschaften schliefen gut eingepackt auf den Planken ihrer Boote-.
Total abgekämpft aber glücklich, legten wir uns zwischen die Ruderbänke.
Noch heute, nach so vielen Jahren erweckt jedes Segel die Erinnerung an diesen Törn in mir.

Wenn man sich an die sächsische Mundart gewöhnt hat, dank Fernsehserien ist das wohl zunehmend der Fall, wird es wohl nicht schwer fallen, sich den “Feinheiten” des sächsischen Dialektes zuzuwenden.
Auf die Betonung kommt es an!
Dem Nicht-Sachsen dürfte nach wenigen Sätzen auffallen:
Die Silbe "Nu" ist vermutlich das meist verwendete, meist variierte Wort der Sächsischen Sprache.
Die immense Bedeutung dieses Wortes wird am deutlichsten während eines Telefongespräches.
Dies kann in weiten Teilen ausschließlich aus der Wiederholung der Silbe "Nu" bestehen, die dabei die verschiedenste Bedeutung erfährt.
Besonders Wichtig, die Betonung, da das Gegenüber ja nicht sichtbar ist.
"Nu ?" fragend, "Nu !" bestätigend, "NU, Nu !" übereinstimmend, "Nu, Nu, Nu" gesprächfortführend.
"Nu, Nu ?" ersetzt die Frage: Habe ich richtig verstanden? Die Anzahl der Frage- und Ausrufungszeichen sind nach Inhalt und Temperament der Sachsen verschieden, werden aber scheinbar immer richtig interpretiert.
Doch Missverständnisse sind vorprogrammiert, wenn ein Nichtsachse sich in der Verwendung des "Nu" versucht:
Die Bedienung fragt den Gast: "Hat's geschmeckt ?"
Der Gast: "Nu"
Die Bedienung schaut erstaunt und leicht verwirrt.
Der zweite Gast, mit Sicherheit ein Sachse:
"Er hat <Nuu !> gesoochtt !
Mit zufriedenem Gesicht beginnt die Bedienung abzuräumen.
Es kommt eben auf die Betonung an!