Bunte Geschichten
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So klein ist die Welt!
Wem ist es nicht schon einmal passiert? Da steht man mitten im Trubel der weit entfernten Stadt München vor einem Schaufenster und man bekommt auf die Schulter getippt
>He ! was machst denn Du hier ? <
Erstaunen ob des Zufalls.
>Wie klein doch die Welt ist !<
Oder vor dem Dom in Florenz:
< Was ein Zufall, euch hier zu treffen!<
Na, München und Florenz sind noch nicht die Welt....
Vor einiger Zeit erhielt ich eine Email, mit folgendem Wortlaut:
>Wenn Du ein Berufskollege von mir bist, dann melde Dich mal, sollte ich mich geirrt haben, bitte ich um Entschuldigung. – Unterschrift- <
Es war ein Berufskollege aus Hessen. Er hatte aus meiner Unterschrift und dem Email- Alias auf mich getippt, als er einen Beitrag in einem Internet-Forum las.
Wir kennen uns schon länger, treffen uns gelegentlich, wussten aber nicht, dass wir das gleiche Hobby pflegen. Das World Wide Web ist eben auch nur ein Dorf
*
Das Flugzeug auf dem Weg von Detroit nach Frankfurt war nur spärlich besetzt und ich hörte die wenigen Fluggäste in der Nähe miteinander reden.
Hinter mir, auf der anderen Seite, saßen drei junge Männer, die einem ergrauten Mitreisenden seine Fragen nach der Bundesliga fachkundig beantworteten. -Später erzählt er, dass er nach vielen Jahren erstmals nach Deutschland, in seine ursprüngliche Heimat, aus der er nach dem Kriege ausgewandert war, zurückkehren wolle-
Die jungen Leute sprachen mit einer leichten Dialektfärbung, die mir sehr vertraut vorkam, so, wie in unserer Gegend hier gesprochen wird.
Meine Neugier war nicht mehr zu bremsen.
>Darf ich fragen, wo Sie daheim sind ?<
kurzes fröhliches wiehern -
>Ei, wir sind aus S .... und wir kennen Sie sogar ! >
Mein Erstaunen war mir sicher deutlich ins Gesicht geschrieben.
>Kennen Sie uns denn nicht mehr ? Wir waren doch mal in Ihrer Jugendgruppe !<
In zehn - fünfzehn Jahren hatten sich die drei so verändert, dass ich sie nicht mehr erkannte. Ich hatte mich in der Zeit, wie das bei älteren Menschen nun mal so ist, nur wenig verändert.
Für Unterhaltung war in den restlichen 8 Stunden des Fluges gesorgt.
*
Vor Jahren bereiste ich mit einer Reisegruppe Israel, als noch nicht die Gefahr bestand in die Luft gesprengt zu werden.
Zum Reiseprogramm gehörte auch die deutsche Erlöserkirche, die gegenüber der Grabeskirche in der Altstadt von Jerusalem liegt.
Als wir die Kirche betraten, sah ich aus der Sakristei einen schwarz gekleideten Popen, mit langem schwarzen Haar und ergrautem Vollbart in den Altarraum gehen. Ich hatte den Eindruck, dass der offensichtlich orthodoxe Priester in einer evangelischen Kirche nicht so richtig am Platze sei.
Als er dann auch noch auf mich zu kam, mir die Hand reichte und mich begrüßte mit:
>Guten Tag, Herr M.... <
war ich mehr als überrascht. Wie konnte mich ein orthodoxer Priester hier in Jerusalem dem Namen nach kennen ?
Die umstehenden Mitreisenden trauten ihren Augen und Ohren nicht und hielten das für ein Gag des Reiseleiters.
Nein es war kein Gag, es war tatsächlich ein Junger Pfarrer aus unserer Gegend, der für einige Zeit in der Erlöserkirche seinen Pfarrerdienst leistete und den ich vor längerer Zeit einmal, als er noch Schüler war, kennen gelernt hatte.
Seinen Aufzug erklärte er so:
>Ich habe mich meiner Umgebung hier in Jerusalem etwas dem Üblichen angepasst. Ich kann mich so ungestörter in der Altstadt bewegen <
Mein Verständnis hatte er, denn wir als Touristen Erkennbare, waren ständig in Gefahr von Geldwechslern, Teppichhändlern, Andenkenverkäufern und Bettlern “angesprochen” zu werden und natürlich gab es Taschendiebe, die es auf unser Geld abgesehen hatten.
So klein ist die Welt wirklich.