Beitragsseiten
Bunte Geschichten
CD_ROM
Die Wildsau
so klein ist die Welt
Alle Seiten


So klein ist die Welt !

 

 

 

 

 


 

Beschreibung einer liebevollen Beziehung zum jeweiligen Hobby

Dialog


Die Szene:

Sie, neben an, mit der Nähmaschine werkelnd,
er am PC, eifrig in die Tasten klappernd...

Sie: >Was machst du ? <
Er: >ich schreibe<
Sie: >So genau wollte ich’ gar nicht wissen, w a s
    schreibst du ? <
Er: >Eine kleine Geschichte<
Sie: >Über was denn ?
Er: >Ich weis es noch nicht genau<
Sie: >Wie kannst du eine Geschichte schreiben,
    wenn du noch nicht einmal weist worüber?<
Er: >Das kommt beim Schreiben, mir fällt immer was
    ein<
Sie: >Ist dir schon was eingefallen ?<
Er: >Ja, ich denke schon<
Sie: >Und wenn sie dann fertig ist, die Geschichte,
    was machst du damit ? Stellst du sie in deine
    Internet -Seite ?<
Er: >Wenn sie mir gefällt, vielleicht<
Sie: >Wie kannst du deine eigenen Geschichten
     beurteilen, das ist ja wohl kaum möglich, oder ? <
Er: >Ich kann sie ja wohl kaum dem Reich-Raniki
    schicken, oder ?<
Sie: >Du weist ja nicht mal wie der sich schreibt !<
Er: >Muss ich ja auch nicht, ich schicke sie ja ihm nicht.<
Sie: >Das liest doch eh keiner, oder ?<
Er: >Arthur Miller kennt jeder und kaum einer hat ihn
    gelesen !<
Sie: >Witzbold !<

.......kleine Pause.....

Er: >und was machst du ?<
Sie: >ich nähe!  


 

 

Inzwischen geht sie längst zur Schule und benutzt den PC schon sehr geschickt.
Nicht nur zum Spielen, sondern auch zum “Rescherschieren” 

CD-ROM


Wir hatten zur Zeit der Volksempfänger schon ein großes Radio.
Ein Möbelstück, dessen Skalenbeleuchtung, durch die Rückwand scheinend, im Dämmerlicht des Zimmers regelmäßige, gelbliche Kreise an die Wand malte. Es hatte viele große und kleine, runde Knöpfe, an denen mein Vater drehte, wenn er dem Gerät Musik oder Nachrichten entlocken wollte.
Auf der großen gelben Frontscheibe waren viele Buchstaben und Punkte zu sehen. Darüber befand sich eine kreisrunde, mit Stoff verschlossene Öffnung, aus dem die Musik kam.
Oft stand ich davor - anfassen war strengstens verboten- und überlegte, wie diese Männlein alle in dem dafür viel zu kleinen Raum spielen und sprechen konnten.
Die Enttäuschung war groß, als ich heimlich das Gerät etwas herumdrehte und nur große Spulen, Blechkästchen und glühende Gläser durch die Löcher in der Rückwand sah.
Heute ist alles anders. Die Kinder wachsen wie selbstverständlich mit einer Technik auf, die kaum noch ein Erwachsener erklären kann.
Meine Enkel sehen mich oft an dem PC sitzen.
Originalton Johanna (5 J.):
„Opa, kannst Du auch eine CD-Rom einschieben ?“
Natürlich kann ich das.
„ Da kann ich ja mal eine CD von mir mitbringen !“

Welch eine Generation ! Wo sind die kleinen Männchen geblieben?

 


 

Angeblich sei die Geschichte steinalt und würde in zahllosen Variationen erzählt.
OK, da gibt’s halt jetzt noch eine weitere.  
 


Die Wildsau


Im Leben gibt es immer zwei Möglichkeiten wenn man in die Situation kommt, sich entscheiden zu müssen. Das Resultat dieser Entscheidung, gleichgültig welche der beiden Möglichkeiten zum Zuge gekommen ist, ist oft völlig anders als erwartet.
So war es auch in der Geschichte, die mir ein Jäger erzählte, die man sicher unter der Rubrik "Jägerlatein" ablegen könnte, wenn sie nicht wirklich geschehen wäre.
Eine Gruppe von Jägern aus einem Dorfe im Gebirge, denen man nachsagte, dass sie die Intelligenz nicht gerade mit Löffeln gegessen hätten, erlegte nach langem Ansitz eine riesige Wildsau. Da lag sie nun, weit ab vom nächsten Feldweg und man überlegte, wie man denn das gute Stück abtransportieren könnte.
Eine der Möglichkeiten wurde sogleich in Angriff genommen. Man fuhr einen kleinen Lieferwagen so nahe an die Stelle des Jagdglückes heran, dass der Transport nur noch eine kleine Mühe wäre, die Sau dort hin zu schleifen.
Man befestigte einen Strick an die Hinterläufe und zog heftig. Doch es zeigte sich, dass es schwieriger war als erwartet. Die schwere Sau rührt sich nicht vom Fleck.
Die Feststellung eines der Weidmänner, man zöge doch die Sau gegen den Borstenstrich und das würde doch das Schleifen fast unmöglich machen, befand man als durchaus einleuchtend.
Also band man das Seil an die Vorderläufe und zog nun eifrig die Wildsau voran. Es dauerte eine Weile, bis man merkte, dass sich die Sau von dem bereitgestellten Transportmittel entfernte, statt zu nähern.
Kein Wunder, man hatte vergessen sie herum zu drehen, man zog zwar nun mit der Borstenlage, aber in die entgegengesetzte Richtung.
Nach einiger Zeit stellten die Weidmänner ihren Irrtum fest und versprachen sich gegenseitig diese dumme Geschichte niemandem zu erzählen.
Als die Sau endlich geborgen war, musste das Jagdglück begossen werden. Nun, jeder weis, dass Alkohol die Zunge löst.
So wurde noch lange über diese Geschichte gelacht.


So klein ist die Welt!


Wem ist es nicht schon einmal passiert? Da steht man mitten im Trubel der weit entfernten Stadt München vor einem Schaufenster und man bekommt auf die Schulter getippt
  >He ! was machst denn Du hier ? <
Erstaunen ob des Zufalls.
  >Wie klein doch die Welt ist !<
Oder vor dem Dom in Florenz:
  < Was ein Zufall, euch hier zu treffen!<
Na, München und Florenz sind noch nicht die Welt....
                
Vor einiger Zeit erhielt ich eine Email, mit folgendem Wortlaut:
  >Wenn Du ein Berufskollege von mir bist, dann melde Dich mal, sollte ich mich geirrt haben, bitte ich um Entschuldigung. – Unterschrift- <
Es war ein Berufskollege aus Hessen. Er hatte aus meiner Unterschrift und dem Email- Alias auf mich getippt, als er einen Beitrag in einem Internet-Forum las.
Wir kennen uns schon länger, treffen uns gelegentlich, wussten aber nicht, dass wir das gleiche Hobby pflegen. Das World Wide Web ist eben auch nur ein Dorf
                       
*
Das Flugzeug auf dem Weg von Detroit nach Frankfurt war nur spärlich besetzt und ich hörte die wenigen Fluggäste in der Nähe miteinander reden.
Hinter mir, auf der anderen Seite, saßen drei junge Männer, die einem ergrauten Mitreisenden seine Fragen nach der Bundesliga fachkundig beantworteten. -Später erzählt er, dass er nach vielen Jahren erstmals nach Deutschland, in seine ursprüngliche Heimat, aus der er nach dem Kriege ausgewandert war, zurückkehren wolle-
Die jungen Leute sprachen mit einer leichten Dialektfärbung, die mir sehr vertraut vorkam, so, wie in unserer Gegend hier gesprochen wird.
Meine Neugier war nicht mehr zu bremsen.
 >Darf ich fragen, wo Sie daheim sind ?<
kurzes fröhliches wiehern -
  >Ei, wir sind aus S .... und wir kennen Sie sogar ! >
Mein Erstaunen war mir sicher deutlich ins Gesicht geschrieben.
  >Kennen Sie uns denn nicht mehr ? Wir waren doch mal in Ihrer Jugendgruppe !<
In zehn - fünfzehn Jahren hatten sich die drei so verändert, dass ich sie nicht mehr erkannte. Ich hatte mich in der Zeit, wie das bei älteren Menschen nun mal so ist, nur wenig verändert.
Für Unterhaltung war in den restlichen 8 Stunden des Fluges gesorgt.

*
Vor Jahren bereiste ich mit einer Reisegruppe Israel, als noch nicht die Gefahr bestand in die Luft gesprengt zu werden.
Zum Reiseprogramm gehörte auch die deutsche Erlöserkirche, die gegenüber der Grabeskirche in der Altstadt von Jerusalem liegt.
Als wir die Kirche betraten, sah ich aus der Sakristei einen schwarz gekleideten Popen, mit langem schwarzen Haar und ergrautem Vollbart in den Altarraum gehen. Ich hatte den Eindruck, dass der offensichtlich orthodoxe Priester in einer evangelischen Kirche nicht so richtig am Platze sei.
Als er dann auch noch auf mich zu kam, mir die Hand reichte und mich begrüßte mit:
>Guten Tag, Herr M.... <
war ich mehr als überrascht. Wie konnte mich ein orthodoxer Priester hier in Jerusalem dem Namen nach kennen ?
Die umstehenden Mitreisenden trauten ihren Augen und Ohren nicht und hielten das für ein Gag des Reiseleiters.
Nein es war kein Gag, es war tatsächlich ein Junger Pfarrer aus unserer Gegend, der für einige Zeit in der Erlöserkirche seinen Pfarrerdienst leistete und den ich vor längerer Zeit einmal, als er noch Schüler war, kennen gelernt hatte.
Seinen Aufzug erklärte er so:
 >Ich habe mich meiner Umgebung hier in Jerusalem etwas dem Üblichen angepasst. Ich kann mich so ungestörter in der Altstadt bewegen <
Mein Verständnis hatte er, denn wir als Touristen Erkennbare, waren ständig in Gefahr von Geldwechslern, Teppichhändlern, Andenkenverkäufern und  Bettlern “angesprochen” zu werden und natürlich gab es Taschendiebe, die es auf unser Geld abgesehen hatten.

So klein ist die Welt wirklich.